{"id":714,"date":"2023-07-17T10:42:00","date_gmt":"2023-07-17T08:42:00","guid":{"rendered":"http:\/\/test.idunion.info\/?p=714"},"modified":"2024-12-19T10:43:22","modified_gmt":"2024-12-19T09:43:22","slug":"die-rolle-der-vier-eu-large-scale-pilots","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/idunion.org\/en\/2023\/07\/17\/die-rolle-der-vier-eu-large-scale-pilots\/","title":{"rendered":"Die Rolle der vier EU Large Scale Pilots"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen des EU-Forschungs- und Innovationsprogramms Digital Europe wurden vier Large Scale Pilots initiiert: European Wallet Consortium (EWC), DC4EU, Potential und Nobid. Ihr Ziel ist es, das EU DigitalWallet (EUDIW) sowie die \u00fcbrigen Komponenten im eIDAS 2.0 \u00d6kosystem zu testen und in europaweiten Anwendungsf\u00e4llen zu pilotieren. Das IDunion Kommunikationsteam hat dazu mit Steffen Schwalm, Principal Consultant | Senior Manager Digital Identity &amp; Trust, msg, ein Interview gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist die Rolle der \u201eLarge Scale Pilots\u201c?<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann deren Rolle recht gut anhand einer Dreiecksstruktur darstellen: auf einer Seite des Dreiecks befindet sich die EU-Kommission, die f\u00fcr die Regulierung zust\u00e4ndig ist, sowie die eIDAS toolbox, mit deren Hilfe die EU-Mitgliedsstaaten die technischen Rahmenbedingungen f\u00fcr das EU Digital Wallet setzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Darunter haben wir die Referenzimplementierung f\u00fcr das europ\u00e4ische Wallet, und schlie\u00dflich haben wir am anderen Ende des Dreiecks die Large Scale Pilots (LSPs).<\/p>\n\n\n\n<p>Dahinter steht die Idee, nicht nur Regulierungen und Standards zu beschlie\u00dfen, bei denen sich erst in der Umsetzungsphase herausstellt, was nicht funktioniert, sondern Vorschriften und technische Spezifikationen quasi sofort mit der praktischen Umsetzung zu verbinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau das ist die eigentliche Aufgabe und der Vorteil der LSPs: sowohl alle regulatorischen Prozesse direkt mit konkreten praktischen Ergebnissen zu beeinflussen, als auch alle technischen Spezifikationen in praktischen Anwendungen zu testen und festzustellen, was funktioniert und was nicht. Dies, um in enger Zusammenarbeit mit EU Kommission, eIDAS toolbox und Referenzimplementierung valide regulatorische und technische Grundlagen zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>So ist beispielsweise das Ausstellen von Personenidentifikation im EU Architecture and Reference Framework ARF nicht klar beschrieben. Wenn es dazu in vier LSPs f\u00fcnf verschiedene Meinungen gibt, ist das ein klarer Hinweis darauf, dies genauer zu spezifizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit haben wir auf der einen Seite eine Referenzimplementierung, die Spezifikationen aufnimmt und probiert, was machbar ist, und auf der anderen Seite die LSPs, die wiederum die Referenz-Implementierung untersucht, um zu pr\u00fcfen, was in den Anwendungsf\u00e4llen praktisch funktioniert oder angepasst werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Man setzt also nicht nur die Regulierung und ein paar technische Standards, sondern probiert alles rechtzeitig aus, schafft Praxisn\u00e4he und kann dadurch den einen oder anderen Fehler, den man bei eIDAS 1.0 gemacht hat, vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Sind alle LSPs \u00e4hnlich aufgebaut bzw. haben sie die gleiche Struktur?<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, es gibt f\u00fcr alle die Grundregel, dass ein LSP immer formal von einem oder mehreren EU-Mitgliedsstaaten geleitet wird. Dem sind die Unternehmen angeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr EWC sind das Schweden und Finnland, f\u00fcr DC4EU Spanien, f\u00fcr Potential Frankreich und Deutschland und f\u00fcr Nobid Norwegen und die baltischen Staaten. Die Laufzeit aller LSPs betr\u00e4gt zwei Jahre \u2013 Start war am 1. April 2023.<\/p>\n\n\n\n<p>Welche der vier LSPs haben die meisten Chancen?<\/p>\n\n\n\n<p>Alle vier LSPs haben unterschiedliche Schwerpunkte, deshalb sind sie nicht direkt miteinander vergleichbar. Zudem m\u00f6chte ich keine Bewertung vornehmen, da unser Unternehmen msg am EWC beteiligt ist. Potential ist jedenfalls sehr stark auf Non-DLT fokussiert und befasst sich mit einer gro\u00dfen Bandbreite von Anwendungsf\u00e4llen, von der Bankkontoer\u00f6ffnung \u00fcbers e-Rezept bis hin zum e-Government. DC4EU konzentrieren sich auf Diploma und Social Security Pass. Nobid ist rein auf Non-DLT und Payment fokussiert. EWC befasst sich mit der Organisations-ID, Zahlungsverkehr und Anwendungsf\u00e4llen im Bereich Travel und verfolgt dabei einen dualen Ansatz, also Non-DLT und DLT.<\/p>\n\n\n\n<p>So gesehen ist kein Konsortium wichtiger als das andere, sondern sie brauchen einander.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bringt uns zu der Frage, inwieweit die Kommission neben EBSI Raum sieht f\u00fcr andere DLT-basierte L\u00f6sungen wie Hyperledger-Indy oder Aries.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist angesichts der aktuellen Konstellation eine gute Frage, denn das ARF ist ja eigentlich technologie-agnostisch. Andererseits f\u00f6rdert die EU explizit ein EBSI-Projekt, um L\u00f6sungen f\u00fcr die Digitale Wallet auf Basis der European Blockchain Service Infrastructure herzustellen. Da jedes Konsortium Interoperabilit\u00e4t zu den anderen Konsortien herstellen muss, um die von der EU-Kommission beabsichtigte Zusammenarbeit der Konsortien zu erm\u00f6glichen \u2013 m\u00fcssen alle definitiv die Interoperabilit\u00e4t zwischen DLT und Legacy (Non-DLT) herstellen. Im Fokus von DLT steht dabei sicher EBSI, aufgrund bestehender F\u00f6rderungen und Interessen der EU.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist die Motivation der Vielzahl von Unternehmen, die innerhalb der vier LSPs engagiert sind, denn angesichts der gro\u00dfen Anzahl ist die F\u00f6rdersumme f\u00fcr jede einzelne Organisation eher gering.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer jetzt bei den LSPs beteiligt ist, und sei es nur als assoziierter Partner, der ist unmittelbar beteiligt an der Entwicklung der europ\u00e4ischen digitalen Identit\u00e4t f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn bis f\u00fcnfzehn Jahre. Und wenn die eIDAS 2.0 so bleibt, wie sie derzeit geplant ist, macht es sowohl f\u00fcr die Technologieanbieter als auch f\u00fcr die Relying Parties gro\u00dfen Sinn, sich daran zu beteiligen. Denn schlie\u00dflich m\u00fcssen alle KRITIS-Unternehmen diese L\u00f6sung \u00fcbernehmen, sowie de facto der ganze Bankensektor und Gesundheitswesen, ebenso die GAFA. Also ein gro\u00dfer Teil der Industrie. Die an den LSPs beteiligten Unternehmen k\u00f6nnen die Technologie von Anfang an mitgestalten und in die richtige Richtung lenken und daraus eigene Gesch\u00e4ftsmodelle entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p>In welcher Form ist IDunion im EWC-Konsortium vertreten?<\/p>\n\n\n\n<p>IDunion ist indirekt durch die Beteiligung vieler Konsortialpartner und assoziierter Partner im EWC dabei.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielen Dank f\u00fcr das Interview, Steffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr gerne!<\/p>\n\n\n\n<p>Das Interview wurde gef\u00fchrt von Benjamin Burde und Kordula Kiefer-Kempf von esatus AG<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des EU-Forschungs- und Innovationsprogramms Digital Europe wurden vier Large Scale Pilots initiiert: European Wallet Consortium (EWC), DC4EU, Potential und Nobid. Ihr Ziel ist es, das EU DigitalWallet (EUDIW) sowie die \u00fcbrigen Komponenten im eIDAS 2.0 \u00d6kosystem zu testen und in europaweiten Anwendungsf\u00e4llen zu pilotieren. Das IDunion Kommunikationsteam hat dazu mit Steffen Schwalm, Principal [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":716,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-714","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/idunion.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/714","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/idunion.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/idunion.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/idunion.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/idunion.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=714"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/idunion.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/714\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":717,"href":"https:\/\/idunion.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/714\/revisions\/717"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/idunion.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/716"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/idunion.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=714"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/idunion.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=714"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/idunion.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=714"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}