{"id":942,"date":"2025-04-23T11:23:21","date_gmt":"2025-04-23T09:23:21","guid":{"rendered":"https:\/\/idunion.org\/?p=942"},"modified":"2025-04-23T11:31:09","modified_gmt":"2025-04-23T09:31:09","slug":"deutsche-eudi-wallet-braucht-genossenschaft-als-ecosystem-orchestrator","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/idunion.org\/en\/2025\/04\/23\/deutsche-eudi-wallet-braucht-genossenschaft-als-ecosystem-orchestrator\/","title":{"rendered":"Deutsche EUDI-Wallet braucht Genossenschaft als Ecosystem Orchestrator"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ecosystem-Orchestrator f\u00fcr die Deutsche EUDI-Wallet<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Einf\u00fchrung der EUDI-Wallet in Deutschland, basierend auf der novellierten eIDAS-Verordnung, stellt eine zentrale Herausforderung dar, um bis 2026 eine sichere, digitale Identit\u00e4tsl\u00f6sung f\u00fcr B\u00fcrger bereitzustellen. Ziel ist es, ein umfassendes \u00d6kosystem zu schaffen, das \u00f6ffentliche Institutionen, privatwirtschaftliche Akteure und Regulierungsbeh\u00f6rden integriert. Dieses \u00d6kosystem soll nicht nur technische Standards und Prozesse etablieren, sondern auch die Akzeptanz der B\u00fcrger f\u00f6rdern und die rechtlichen Rahmenbedingungen gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Autoren dieses Whitepapers schlagen eine Public-Private-Partnerschaft in Form einer Genossenschaft als neutralen Ecosystem-Orchestrator vor. Diese Genossenschaft soll:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Demokratische Governance<\/strong>&nbsp;bieten, mit transparenter Kontrolle und Einflussm\u00f6glichkeiten f\u00fcr alle Mitglieder.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Kostendeckendes Finanzierungsmodell<\/strong>&nbsp;durch Mitgliedsbeitr\u00e4ge und Sonderzuwendungen implementieren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zentrale Aufgaben<\/strong>&nbsp;wie Zertifizierung von Wallets, Registrierung von Verifizierungsstellen und F\u00f6rderung der Kommunikation zwischen Akteuren \u00fcbernehmen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Herausforderungen f\u00fcr die neue Bundesregierung<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Bundesregierung ist durch die Verordnung [(EU) 2024\/1183] dazu verpflichtet, bis Ende 2026 eine EUDI-Wallet f\u00fcr alle B\u00fcrger bereitzustellen, in der Ausweisdaten in elektronischer Form sicher gespeichert werden k\u00f6nnen. Die vollst\u00e4ndige Umsetzung des EUDI-Wallet \u00d6kosystem hat bis 2027 zu erfolgen. Das Bundesinnenministerium bereitet seit Mai 2023 die Konzeptionierung und Umsetzung der deutschen Wallet-L\u00f6sung federf\u00fchrend vor. Um die Akzeptanz bei den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern zu f\u00f6rdern, ist es nicht nur erforderlich, die technische Infrastruktur bereitzustellen, sondern auch ein umfassendes \u00d6kosystem aufzubauen. In diesem \u00d6kosystem interagieren privatwirtschaftliche Akzeptanzstellen, zertifizierte Vertrauensdienste, \u00f6ffentliche Einrichtungen aus Bund und L\u00e4ndern sowie Regulierungsbeh\u00f6rden und Zertifizierungsstellen miteinander. Der Aufbau eines solchen \u00d6kosystems stellt eine hochkomplexe Aufgabe dar. Sie erfordert die Etablierung von Standards und Prozessen, die von allen beteiligten Privatunternehmen und \u00f6ffentlichen Institutionen geteilt und umgesetzt werden k\u00f6nnen. Dabei steht die Ber\u00fccksichtigung der Interessen der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger im Vordergrund. Zudem m\u00fcssen alle rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten, die missbr\u00e4uchliche Nutzung pers\u00f6nlicher Daten verhindert und ein attraktives Investitionsumfeld f\u00fcr die Unternehmen der Privatwirtschaft geschaffen werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Aufbau des EUDI-Wallet \u00d6kosystems als Public-Private Partnership mit neutraler Governance<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Autoren dieses Whitepapers pl\u00e4dieren f\u00fcr eine Public-Private-Partnerschaft als Ecosystem Orchestrator, die sich in einer Genossenschaft organisiert. Die Genossenschaft hat den Zweck, die Interessen aller Genossenschaftsmitglieder \u2013 also aller Akteure im EUDI-Wallet \u00d6kosystem &#8211; gleicherma\u00dfen zu f\u00f6rdern. Die Genossenschaft ben\u00f6tigt eine demokratische Governance, die Einfluss, Kontrolle und Transparenz gg\u00fc. den Mitgliedern erm\u00f6glicht. Sofern die Genossenschaft selbst keine Investitionen t\u00e4tigt, sollte ihre Satzung eine not-for-profit Klausel beinhalten, sodass lediglich die Kosten gedeckt werden m\u00fcssen, die sich am Bedarf der Mitglieder orientieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Genossenschaft sollte durch die nachstehenden Organe gesteuert werden.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Generalversammlung<\/strong>: Bildet das h\u00f6chste Entscheidungsgremium der Genossenschaft. Jedes Mitglied erh\u00e4lt ein Stimmrecht. Die Summe der Stimmen von Nicht-Europ\u00e4ischen bzw. investierenden Mitgliedern darf 25% nicht \u00fcberschreiten.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Vorstand<\/strong>: F\u00fchrt das Tagesgesch\u00e4ft und \u00fcbernimmt die Verantwortung f\u00fcr die Umsetzung der Governance und der Strategie.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Aufsichtsrat<\/strong>: Bildet das Kontrollorgan des Vorstands.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Ecosystem Coach<\/strong>: Stabstelle als Mediator zwischen den Akteuren zur Offenlegung und Management von Interessenskonflikten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>\u00d6ffentliche Institutionen sollten die Genossenschaft gr\u00fcnden, ein Regelwerk in Form einer Satzung definieren und den Beitritt von Akteuren der Privatwirtschaft erm\u00f6glichen. Es sind dabei s\u00e4mtliche Akteure der Rollen aus der eIDAS-Novelle wie bspw. PID-Provider, Pub-EAA-Provider, (Qualified) Trust Service Provider, Wallet Provider und Trust List Provider einzubinden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Finanzierungskonzept:<\/em><\/strong><strong> <\/strong>DieFinanzierung der Betriebskosten erfolgt durch Mitgliedsbeitr\u00e4ge<strong>. <\/strong>Werden tempor\u00e4rMittel f\u00fcr bestimmte Zwecke ben\u00f6tigt, kann eine Finanzierung in Form von Sonderzuwendungen der Mitglieder erfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Aufgaben<\/em>: <\/strong>Interessen der Mitglieder f\u00f6rdern, Kommunikation zwischen den Mitgliedern erleichtern, Wallets zertifizieren, Verifizierungsstellen registrieren, rechtliche Fragestellungen kl\u00e4ren, \u00f6ffentliche Kommunikation b\u00fcndeln, Durchdringung der EUDI-Wallet messbar machen, Schnittstellen bereitstellen, etc.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Opt-Out<\/em><\/strong>: Die Mitgliedschaft kann ordentlich gek\u00fcndigt werden. Erkenntnisse aus einer Risikoanalyse zu Opt-Out Szenarien sollten bei der Erstellung der Satzung ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Um das \u00d6kosystem f\u00fcr die deutsche EUDI-Wallet aufzubauen ist ein neutraler Ecosystem-Orchestrator erforderlich, der gemeinsam mit \u00f6ffentlichen und privatwirtschaftlichen Organisationen ein \u00d6kosystem f\u00fcr die deutsche EUDI-Wallet aufbaut. Dies kann, wie vorliegend aufgezeigt, durch eine Genossenschaft abgebildet werden, in der alle Akteure des \u00d6kosystems kartellrechtskonform und strukturiert kooperieren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcber die Autoren<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Die IDunion SCE mbH ist die Nachfolgeorganisation eines vom BMWK-gef\u00f6rderten Konsortiums im Programm \u201eSchaufenster sichere digitale Identit\u00e4ten\u201c. Die Europ\u00e4ische Genossenschaft wurde durch ihre Mitgliedsunternehmen mit dem Betrieb eines digitalen Vertrauensankers beauftragt.<\/p>\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ecosystem-Orchestrator f\u00fcr die Deutsche EUDI-Wallet Die Einf\u00fchrung der EUDI-Wallet in Deutschland, basierend auf der novellierten eIDAS-Verordnung, stellt eine zentrale Herausforderung dar, um bis 2026 eine sichere, digitale Identit\u00e4tsl\u00f6sung f\u00fcr B\u00fcrger bereitzustellen. Ziel ist es, ein umfassendes \u00d6kosystem zu schaffen, das \u00f6ffentliche Institutionen, privatwirtschaftliche Akteure und Regulierungsbeh\u00f6rden integriert. 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